Dienstag, 10. September 2013

Bin mal kurz weg...nach Nürnberg!/ Der erste Tag.

Bericht von Marie "Der erste Tag in Nürnberg"
Meine Überlegungen der Reiseroute (natürlich typischerweise eine Woche vor Abreise)
führten mich gedanklich nach Trier, Hamburg, Amsterdam, zum Bodensee...Schluß endlich eine Nacht davor...blieb ich bei Nürnberg hängen. Meinen begeisterten Reisebericht vom Mai 2013 aus Nürnberg dabei noch im Gedächtnis. Nachzulesen--->siehe Link. Endlich ein Ziel vor Augen schlief ich abends sehlig ein.
Am Morgen ging es los. Ohne konkrete Besichtigungswünsche, ohne geplante Übernachtung, ohne die Dauer des Aufenthalts..naja..egal..meine Vorfreude lies ich mir trotzdem nicht nehmen.
Schnell fand ich vor Ort ein gutes Hostel ("Five Reasons"). Für 18 Euro ein helles Zimmer mit weißer Bettwäsche, alles neu renoviert, das Bad sehr sauber...mit Blick aufs Opernhaus und eine U-Bahnstation genial integriert unter die noch gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer. Nettes Hotelpersonal, mit  Koch/Essecke im unteren Hausbereich...und das alles in Top Lage. Kurzerhand gebucht.
Danach raus ins Nürnberger Getümmel..
Tagsüber empfehle ich den sogenannten "Grabenspaziergang" entlang der mitteralterlichen Stadtmauer zu folgen. Mehr Infos hier -->Link.
Abends hingegen würde ich die Dunkelheit ausnutzen. Die Kaiserburg hinauf laufen, vorbei an alten Wohngebäuden, Kirchen, zahlreichen Brunnen und Türme. Ohne Touristenscharren wirkt die Stadt nun sehr geheimnisvoll.
Am Tage bei meinem "Grabenspaziergang" entdeckte ich so manch Unerwartetes, wie...
dass Trittpflanzen sehr widerstandsfähige Zellwände besitzen, halten sie manch "Fusstritte" aus. Solch Informationen über Natur und Geschichte kann man auf den regelmäßig aufgestellten Infotafeln ablesen.
oder ...dass...ich gerade über ...
die älteste noch erhaltene frei schwebende Hängebrücke Deutschlands von Conrad Georg Kuppler (1820/21 geplant) schreite. 1824 wurde der Kettensteg errichtet. Der dort traumhaft malerisch(!) die "Pegnitz" über 68 Meter überspannt. Allerdings war dieser Ort im Mittelalter, der Müllplatz jener Zeit. Weil hier am Flussauslauf sich die Abfälle und Abwässer der Bewohner ansammelten. Schon im 15.Jhd. sei Pegnitzwasser ungenießbar gewesen. Laut Infotafeln.
Spontan entschied ich mich um 17 Uhr für eine Führung durch die "Nürnberger Historischen Felsengänge".
Der Referent erzählte in seiner sehr eigenwilligen Art einiges über die unterirdischen Gängen in der Innenstadt mit seltsam erscheinenden Förmulierung, wie...
"Die Reinhaltung des Wassers war wichtigstes Gebot und auch die größte Angst der Bewohner. Deshalb gab es nur 2 hochgestellte Persönlichkeiten in der Stadt, die die geheimen Zugänge der unterirdischen Wasserquellen kannten. Denn, wenn nur eine tote Ratte in das glasklare Wasser käme...
Dann...dann hätten die Nürnberger schlechte Laune!"
(zur Erklärung: Wasser wäre dann unrein, Krankheiten drohten)
Ich mußte schmunzeln, wie es mir so erzählt wurde. Lach, dann hatten sie halt schlechte Laune. Kicher.
Bei einer anderen Gelegenheit erklärte er grob den Aufwand des Bierbrauens. Es war damals ein Grundnahrungsmittel. Als Schlußspruch meinte er ganz trocken...in melodischer leicht singender Stimme..."Alles nur wegen Bier!"
In Erinnerung ist mir erschreckend die Erkenntnis geblieben, dass wirklich...ABER AUCH WIRKLICH ALLES nicht einfach so "verschwindet", wenn etwas in die Erde sickert. Aus dem Auge aus dem Sinn? Nein. Unser Referent zeigte uns eine Stelle, wo früher durch einen Betrieb an der Oberfläche genau über uns unachtsamerweise Salpetersäure in die Erde eindrang. Genau viele viele Meter drunter sieht man den Fleck heute noch an der Wand. Wenn das ins Grundwasser käme...Oh je...
Achtung Ironie. "Dann hätten die Nürnberger wieder schlechte Laune." Ironie Ende.
Per kurzem Video wurde mir die Nürnberger Eisherstellung erklärt. Sehr gut.
Irgendwann kam der Hinweis, dass es hier unten Sommer wie Winter immer 8 bis 10 Grad Temperatur sei. Aber durch die tägliche hohe Besucheranzahl, gestern beispielsweise 13 Grad herrschten. Allein nur unserer Körperwärme wegen. Sehr erschreckend.
Ist euch vielleicht mal ein Stern im Firmenlogo der Brauerei Wulle oder Würzburger Hofbräu aufgefallen? Dieser Stern soll NICHT DEN Judenstern, SONDERN DEN Brauerstern darstellen. Beim Zusammenstecken zweier großen Dreiecke, sollen die 6 entstandenen Dreiecke...die wichtigsten Elemente des Bierbrauens darstellen...nämlich Feuer, Wasser, Luft...sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Aus damaliger Sicht war wohl Hefe nur nebensächlich. Der Brauerstern war somit ein Zunftzeichen aber auch ein Schutzzeichen am Haus vor Brandgefahr während der Bierherstellung.Dies und vieles mehr lernt man bei einem Besuch des Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. .Prädikat lohnenswert. Hier zum Nachlesen meinen Bericht vom Mai über die Kasematten in Nürnberg. siehe--->Link
Wie schon im Mai beschrieben (siehe Link), Gesprächsstoff gibts beim Betrachten des Ehebrunnen. Und immer wieder überraschend Neues. So hab ich erst jetzt wahrgenommen, dass das Eheweib wohl deshalb dicker geworden ist im Laufe der Ehejahre, weil sie ihm wohl ständig sein Stück Kuchen heimlich stibitzt?? siehe Foto.
Wie im Mai stand ich wieder lachend vor der letzten Szene. Absolut genial. Und mutig noch dazu. Denn wer weiß...was sich aaalles in Wohn/Schlafzimmern sooo abspielt?!
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt auf der  Historischen Meile Nürnbergs ist der "Schöne Brunnen". Hier gibt es den sagenumwobenen Ring, den wenn man ihn dreimal dreht und sich etwas wünscht...Dann geht es in Erfüllung.
Pscht...nur eben muß man den richtigen drehen. Es gibt nämlich zwei. Wie? Ich soll euch verraten, welcher der richtige ist? Mmhh...Vielleicht könnt ihr es selbst erkennen in meinem Video.Oder eben auch nicht?! Viel Glück dabei wünscht euch Marie.

Bericht von Marie "Der erste Tag in Nürnberg"

Fortsetzung: Bericht von Marie "Bin mal kurz weg...nach Nürnberg!/ Der zweite Tag/ Germanisches Nationalmuseum
 siehe---> Link

Montag, 2. September 2013

Brunch am Sonntag/Diesmal im Cafe Félix (Stuttgart)

Man trifft sich wieder. Brunch am Sonntag.
„Jetzt beginnt soooo laaaaangsam die kältere und dunklere  Jahreszeit!“
Nichts ist schlimmer für mich…dies feststellen zu müssen! Das sind keine lose daher gesprochenen Worte, dahinter steckt eine Erkenntnis…die weitaus mehr für mich bedeutet,
mein vollstes (echt jetztet !) Entsetzen,
was ich an Gefühlen während des Schreibens vermag, kommt in mir hoch.
Aber, so ist es nun mal. Zum Sommer gehört leider auch der kalte Winter. 
Hoffen wir zunächst auf einen goldenen Herbst. Sozusagen eine kleine Atempause noch...bis...der Schnee kommt. Der Herbst ist ideal…bietet sich regelrecht an…
für den Beginn einer meiner Gepflogenheit für diese Zeit.
Nämlich…Voila, gestern durfte ich im Cafe Félix ganz feierlich verkünden:
„Ich  eröffne die Saison für Sonntags zum gemeinsamen Brunchen!"
Man trifft sich ab jetzt wieder (ab und an) nicht am See und nicht auf der Wiese, sondern eben in einem gemütlichen warmen trockenen Raum...ganz altmodisch an einem Tisch.
Solche Treffen kann man nutzen...
zum Plaudern, 
zum Relaxen,
zum Essen (nein, zum GENIESEN), 
zum Netzwerkeln, 
zum Ideenaustausch…
Dabei sind meine Bedingungen vielleicht das Erfolgsrezept? Hier nämlich, bleibt keiner stundenlang festgenagelt an seinem Sitzplatz. Ein Buffet ist bei mir Pflicht und die Garantie, dass man sich bewegen muß. Beim Zurückkommen könnte mal eben sein Platz besetzt sein?! Und wenn schon?...an einem freigewordenen wird er umso mehr willkommen geheißen! Und überhaupt, wenn man nicht schon am Buffet durch Konversation von anderen Gästen des Lokals hineingezogen wird, kann ich aus Erfahrung versichern:
Trotz, dass die meisten Restaurants die Möglichkeit des Brunchens auf ganze schrecklich laaange 4 Stunden festlegen...Nein, ich kann bestätigen, die Zeit vergeht wie im Fluge! 
Wobei jeder den Tag anders beginnt. Eins haben meine Tischnachbarn gemeinsam. Der Hunger treibt sie alle zum Buffet. Der eine etwas langsamer, weil er EIGENTLICH NOCH SCHHLÄFT BEIM LAUFEN (kicher..), wobei andere  schon an einem regen Gedankenaustausch mit halbvollem Magen Anteil nehmen. Schlimm finde ich, seine Tischgäste nach dem Alter oder nach dem Beziehungsstatus aussuchen zu wollen. Jeder trägt auf seine typische Art am Gelingen der (hoffentlich) angenehmen Atmosphäre in der Gruppe bei. Der gestrige Tag war für mich eine gelungene Mischung von verschiedensten Personen, die sich gegenseitig nicht kannten. Wunderbar! Kaum ein Fremdeln beobachtete ich. Liebenswerte Personen, sie zu sehen, wie sie ein paar Stunden miteinander teilen, denke ich wohlwollend  dabei...
sofort an Johann Wolfgang von Goethe mit "Faust-Eine Tragödie" (Osterspaziergang). Oder nicht?
"Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein." vollständig nachzulesen siehe --->Link
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Über das Cafe Félix kann ich berichten...
Abends, hörte ich...sei es eine Bar mit Musik und wohl eher jüngerem Publikum vorbehalten?MMh....
Beim gestrigen Frühstück waren hingegen alle Altersgruppen vertreten. Es kamen Familie mit ihren kleinen Kindern genauso, wie andere....
Die Bedienung sehr höflich und zuvorkommend. Die Raumgestaltung wunderbar. Das Buffet ist stilvoll präsentiert wurden. Die Auswahl war völlig ausreichend. Das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut.
Kurz. Ich würde gerne wiederkommen, wenn...
wenn ich doch nicht immer ein anderes Lokal zu den Sonntagstreffen (aus Neugierde schon alleine) ausprobieren würde wollen...
Der beste Spruch am Tisch gestern?
Mein Nachbar meinte ganz trocken, nachdem ich so stöhnte, weil mein Bauch soooo voll war....:
"Tja, es kann ganz schön anstrengend sein für 14 Euro zu essen.!" (lach....kringel..kringel...bieg vor lach)
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Übrigens:
Auf dem Weg zum Cafe Félix zwischen Wohnhochhaus für Studenten und Cinemaxx entdeckte ich ganz unscheinbar....Na? Und was? Neugierig? Zu entdecken im Video.Viel Spaß .
Mehr Infomationen siehe --->Link (noch nicht freigeschalten)
Bericht von Manu aus" UnsereKünstlerVilla Manu-Mimi-Marie"/Unterwegs in Stuttgart



Donnerstag, 29. August 2013

Ein Wochenende auf Burg Guttenberg/Teil 3 -Der Tag danach

Alles begann mit einer Einladung...zu einem WE auf Burg Guttenberg. Freudig berichte ich die nächsten Tage über meine dortigen Erlebnisse.
Tagebuch von Marie: 
Teil 1 / "Mein Gewand"....nachzulesen siehe  ---> Link
Teil 2 /"Am Tages des Rittermahls"...nachzulesen siehe ---> Link
und nun folgt Teil 3: "Der Tag danach"
In meinem Schlafkleid (Schlafsack) schlief ich nun das erste Mal auf einem Heuboden. Ein idealer Ort für wilde Träume :
Von edlen Rittern, die mich als das wunderschöne aber traurige...weil, geraubte Burgfräulein Magdalena v. Hallodrien befreien wollen. Ich bin in einer Zelle im Turm eingesperrt. Von einem bösen, sehr groben Raubritter. In drei Tagen schon...will er mich ehelichen.
Mich bewachen die Türmer ganz oben auf einem 40 Meter hohen Turm. Manchmal, manchmal darf ich weit hinausschauen. Der Anblick der Wälder, der Neckar, der sich wie ein Aal vor mir windet ,die Bauern auf den Feldern...(Link --->Panoramablick) Der Blick in die Weite tröstet mich sehr. Gibt mir Hoffnung. Werde ich jemals wieder LACHEN...LEBEN können? Meistens machen mir meine Wächter Angst. Wenn sie, wie oft zu viel Wein trinken, reden sie von solch seltsamen Dingen, wie "Handgeklapper" oder "modernes Augenrad".
Oder...oder...waren das die Wörter, die unsere Gaukler vom gestrigen Rittermahl verwendeten?? MMhh..
Zurück ins 21.Jahrhundert.
8.30Uhr am Sonntag, den 18.August im Jahre 2013.
In der Regel sitze ich sehr früh im Hotel am Frühstückstisch. Am Anfang, NOCH, die Ruhe. Und nach und nach schlürft manch Einer langsam ,total zerknauscht im Gesicht zu seinem Tisch. Die Nacht muß wohl lang gewesen sein?! Kicher. Gestern noch...die tapfersten stolzen Ritter!
Am frühen Morgen ist  wohl...die größte Heldentat zunächst erstmal eine Tasse Kaffee…dann schauen wir weiter...Welch amüsanter Anblick für mich!
Einer meiner Tischnachbarn war ein Gaukler im modernen Gewand vom Rittermahl gestern. 
Sein Hobby machte er zum Teilzeit-JOB. Das Mittelalter faszinierte ihn schon immer. Kopfschüttelnd, meinte er ,dass  die meisten Gäste Rittermahl sofort mit „wildes Essen mit Knochen hinter sich werfend“ assoziieren. Wobei damals kein Essen weggeworfen wurde. Im Gegensatz zu heute. Selbst ein Ritter warf nichts hinter sich, außer er warf es seinem Hunde vor.
10.30 Uhr am Sonntag, den 18.August im Jahre 2013.
Unsere nun folgende Tagestour ging um die Ortschaften reihum...
Ich sollte von  prächtigen Burgenanlagen, ich sollte von mittelalterlichen Städtchen, ich sollte von dem  wohltuhenden weiten Blick in die Ferne berichten...könnte ich..JA...

Aber ich berichte lieber....von Eisessen, von nettem Beisammensein...
und von einem Karussel...
Ich war an diesem Tag total entspannt. Ganz ungewohnt für mich, denn ich möchte gerne...dass meine Blogseite auch informativ für meine Leser sei. Aber warum immer nur. Immer die Jagd auf Wissen. Das ist  gut, aber auch die Ruhe muß mal sein. Vielleicht war das, die wirklich wichtige Erkenntnis für mich an diesem Sonntag bei strahlend schönem Wetter.
17.00 Uhr am Sonntag, den 18.August im Jahre 2013.
Irgendwann war es auch Zeit ,wieder nach Hause zu fahren. Zuhause, welch schönes Wort..
Abends ZUHAUSE lag ich nun in MEINEM BETT...und träumte abermals...
von Rittern, von Wäldern, von alten Kapellen...all das was das Land um die Burg Guttenberg zu bieten hat.
Bericht von Marie aus "UnsereKünstlerVilla Manu-Mimi-Marie"/Unterwegs


Freitag, 23. August 2013

Ein Wochenende auf Burg Guttenberg/ Teil 2-Am Tage des Rittermahls

Alles begann mit einer Einladung...zu einem WE auf Burg Guttenberg. Freudig berichte ich die nächsten Tage über meine dortigen Erlebnisse.
Tagebuch von Marie: 
Teil 1 / "Mein Gewand" nachzulesen siehe ---> Link
nun folgt Teil 2 : "Am Tages des Rittermahls"
Die Anreise in einer bequemen Kutsche des 21. Jahrhunderts mit treuem Gefolge dabei...wurde geführt mit entspannter Unterhaltung. Bis...bis die Idee aufkam...es sollte doch Jedermann bei Ankunft auf Burg Guttenberg einen mittelalterliche Namen tragen. Gelächter bei der Namenssuche. Dennoch wurden wir erstaunlich schnell fündig , jeden einen passenden Titel zu vermitteln. Aus einem Herren ,derzeit im Metzgerhandwerk tätig, wurde nun ein
"fürstlicher Hoflieferant Heinrich v. Weiler"
Langes rotes Haar einer Dame inspirierte  zur "Freiin Walburga v. Cannstatt"...
UND ICH...DIE MARIE AUS DER KÜNSTLERVILLA...wurde wegen der ärmlichen Kleidung zur
"Magdalena aus Hallodrien"...
Das war ein Spaß. Denn fortan, sprachen wir uns den ganzen Tag mit den neuen Namen an.
Das erste Ziel des Tages waren unsere Unterkünfte. Ich selbst, wollte ganz traditionell in einer Ritterherberge übernachten. Wie eine zünftige Magd aus Hallodrien...eine Unterkunft für wenig Taler und Leib an Leib neben echten Rittern schlafend. Ja....das war so meine Vorstellung. Okay...die nächtliche Realität war dann eher so....Mit modernem Schlafkleid (Schlafsack) auf Heuboden geschlafen neben Knappen oder lautem schnarchendem Reisegesindel. Die edlen Ritter schliefen in Gemächern unter mir im ersten Stock.mmhh...
Ich, stellvertretend als verwöhntes Reisevolk unserer Zeit, bekam den Unterschied einer Herberge zu einem Hotel zu spüren. Meine Herberge wurde erst ab 15 Uhr geöffnet. Und 10 Uhr in der Früh nach dem Frühstück mußte ich mitsamt meines Gepäcks das Haus verlassen. Das war durchaus ein Problem, weil meine Reisegefährten in einem anderen (vornehmen) Hotel...um 10 Uhr am nächsten Morgen noch genüsslich ihr  Frühstück einnahmen.
Zurück zum Anreistag:
Nachdem mein Gepäck (vor 15Uhr) untergestellt wurde, ging es sogleich zur nahe gelegenen Burg. Eine kleine Burganlage, aber dennoch sehr reizvoll mit Entdeckungspotenziell rundum.Ich fühlte mich sehr wohl . Ich fragte mich warum...bis ich...von einem bekannten Gast erfuhr....vor langer langer Zeit weilte hier einen Sommer (1825) über Wilhelm Hauff. Ganz klar...Idealer Ort für Schreiberlinge! Die Burg , die Umgebung, die weite Aussicht...wohltuhend fürs Auge. Wenn diese Wände reden könnten! Ob sich das Wilhelm Hauff auch fragte? Siehe Link einen kleine Einlick über sein Schaffenswerk bezogen auf Burg Guttenberg. nachzulesen hier--->Link
Die Burg wurde immerhin NIEMALS ZERSTÖRT und gilt unbestreitbar als eine der besterhaltenen weit und breit. Das Burgmuseum mit seinem Turm hat mich besonders magisch angezogen. Ich kann es nicht erklären, warum. Viele Besucher beobachtete ich während des Aufstieges und Abstiegs. Es waren Familien oder Großeltern mit ihren Enkeln. Sie kamen und gingen...
Aber ICH WAR SEHR LANGE DORT OBEN AUF DEM TURM...Neugierig? Sehr zu empfehlen. Ein Panoramablick siehe --->Link
Ein Vermögen mußte dieses Bauwerk damals im 13. Jahrhunderts gekostet haben. Ohne Zement und Beton erbaut ragt es 40 m in die Höhe weit hinaus. Die Türmer hier oben hatte einen Kamin,um sich Feuer zu machen. Vor dem Kamin stehend, fragte ich mich, wie wohl das Leben eines Turmwächter ablief. Eine kleine Infotafel gab in Form eines Gedichtes Einblick in ihr Leben.Nachzulesen siehe--->Link
Das Museum könnte noch sehr viel interssanter für Touristen gestaltet werden. Ich war ein wenig enttäuscht. Hier und da entdeckte ich Ausstellungsstücke, die weitere Fragen für mich aufwarfen. Aber an dieser Stelle keinerlei Antworten fand. Mir wurde später erklärt, dass im Museum private Stücke aus dem Familienbesitz gezeigt werden. Das sollte genügen. Eine andere Konzeption würde auch weitere Investitionen benötigen. Schade.
Eine Besonderheit auf der Burg ist eine Xylothek. Was das ist, fragt ihr euch? Der Wald kompakt in Buchformat. Den reizvollen Anblick hab ich erst verstanden, als ich davor stand, da kann man noch so viel im Internet lesen darüber !
Übrigens: Die Burgherren wohnen gegenüber vom Museumseingang. Im Sommer wie im Winter. Sie haben eine moderne Holzzentralheizung. Das Holz kommt aus ihrem eigenem Wald.
Nun...denn die Zeit verging wie im Fluge.
Das eigentliche Hightligt des Tages: das Rittermahl begann um 19 Uhr. Leider war nur unsere Gruppe verkleidet. Das fand ich schade. Rückblickend meine ich auch das als Grund zu deuten,dass für mich keine wirkliche mittelalterliche Atmosphäre aufkam. Obwohl am Veranstaltungsraum, der Ausblick aufs Tal, die Speise und die anwesenden Künstler nicht zu bemängeln waren! Alles wunderbar.
Für die Stimmung sorgten ein Herold, Gauklern und die passende Musik. Einiger Schabernack wurde mit den Gästen getrieben. So erklärte der Herold, mit welchen Methoden damals Gift im Essen nachgewiesen wurde. Weil manch einer dies nicht so recht glaubte, wurde spontan an mir erprobt,ob in mir Gift vorhanden sei. Seine laut verkündete Erkenntnis verrate ich euch öffentlich ganz bestimmt nicht ! (kicher...)
Das ganze Spektakel ging offiziell 2 Stunden. Nach 3 Stunden war die Zeit rum...zu gehen. Ein Teil ist zurück nach Stuttgart gefahren. Ich, hingegen schlief in meiner Heuherge.Eine gute Entscheidung einen weiteren Tag hier in dieser schönen Landschaft zu verbringen.
Der Weg zur Heuherberge wäre möglich zu laufen über die geteerte unbeleuchtete Straße oder durch den Wald(unbedingt Taschenlampe, bei Nacht ein unsicherer Weg) .Tagsüber ein Fussmarsch von ca. 8min.
Es war ein Erlebnis, hier schlafen zu dürfen. Im Heu hab ich erstaunlich weich gelegen. Am Tage wurde der Dachboden aufgeheizt durch die Sonne. Aber bei Nacht war ich froh, in meinen Schlafsack hinein krichen zu können. Es wurde kühl. Das Heuhotel, an der Burgenstraße gelegen, ist somit sehr zu empfehlen.
Ich komme wieder. Vielleicht verbunden mit einer Wanderung dem sogenannten Neckarsteigweg siehe--->Link , eine Bootsfahrt auf dem Neckar oder Indianerfreizeit siehe--> Link.
Nun, wie gewohnt...eine kleine Bildershow.
Viel Spaß wünscht Marie aus "UnsereKünstlerVilla Manu-Mimi-Marie"

Fortsetzung: Teil 3 / Der Tag danach....nachzulesen siehe  ---> Link 

Freitag, 16. August 2013

Ein Wochenende auf der Burg Guttenberg/ Teil 1-Mein Gewand

Alles begann mit einer Einladung...zu einem WE auf Burg Guttenberg. Freudig berichte ich die nächsten Tage über meine dortigen Erlebnisse.
Tagebuch von Marie: Teil 1 /Mein Gewand
Einige Wochen davor:
Wenn man zu einem Rittermahl eingeladen wird....und es obendrein noch nie gemacht hat...
dann muß ich gestehen, kommt Vorfreude auf. DIE SPANNUNG wächst je mehr das Ereignis heran naht. Wobei die Kleiderfrage für mich ein wichtiges...unbedingt noch zu klärendes Problem darstellt.
Zunächst bisschen ratlos,weil ich hab ja noch unendlich viel Zeit!!
Oder nicht?! Es gibt Kostümverleihe, es gibt Schneider, es gibt spezielle Mittelalterausstatter...abwinkend...und sofort...
wendete ich mich aktuelleren Themen zu...
Nun denn...die Zeit vergeht rasend schnell...
und eine Woche vor dem großen Ereignis...
stehe ich plötzlich vor dem Spiegel mit folgender Frage:
"Was soll ich bloß anziehen?????"
Einen Dresscode gibt es nicht. Freilich, wollte ich trotzdem die Chance nutzen, mit Hilfe der Kleidung und der Umgebung...in eine andere Zeit und in eine andere Person hinein schlüpfen zu können.
Aus Erfahrung werde ich unter unangenehmen Zeitdruck besonders kreativ. Zumindest in Outfit Angelegenheiten.
So war es denn auch. Ich schaute in meinen Kleiderschrank..und voilà das Problem war "zufriedenstellend" (weil, ohne Geldausgabe annehmbares Ergebnis) gelöst.
Da einen Rock, dort einen Gürtel, eine Weste noch dazu...
und..und...ja, das müsste passen.
Nur das Oberteil gefiel mir nicht recht!
Es war definitiv...VIEL ZU SAUBER, VIEL ZU HELL...VIEL ZU WEIß...
Schmunzel...Na, liebe Leser...Gott sei Dank...fiel mir ein Spruch ein:
Welchen...wollt ihr wissen? Das verrate ich im Video. Viel Spaß beim Anschauen.Gruss Marie

Fortsetzungen:
Teil 2 /Am Tages des Rittermahls....nachzulesen siehe --->Link
Teil 3 / Der Tag danach....nachzulesen siehe  ---> Link





Dienstag, 6. August 2013

Der Wald.Eine Tomate.Und. Da war noch der Jägersmann.

Gestern. Gestern ging ich spazieren. Spazieren im Wald. Kurz vor Mitternacht.
Ja, es war finster. Und nein, es war nicht bitterkalt.
Dafür aber war allesss still. Sehr still.
Manchmal. Manchmal knisterte es verdächtig im Dickicht. Dann blieb ich jedes Mal stehen. Horchte. Ängstlich versuchte ich etwas zu erkennen. Aber was soll ich schon dort erblicken in dieser Dunkelheit. Also ging ich weiter. Schritt für Schritt immer tiefer in den Wald hinein. So, lief ich denn nun einige Zeit. Niemals nie…sind mir Menschen begegnet.
Außer ab und an, ein paar Fabelwesen. Abwinkend. Aber dies soll euch nicht weiter interessieren. Das wäre nämlich eine andere Geschichte.
Ängstlich ging ich also durch den Wald. Da plötzlich roch es so lecker…
nach…mmhh…nach Vielerlei leckeren Gerichten. Lag da nicht ein Duft von
 ….?! von von...?!
….gefüllte Paprika mit Gewürzen aus weitentfernten Ländern
oder so etwas wie Toastbrot auf Hawai
in der Luft?! Und da ICH so schrecklich NEUGIERIG und obendrein HUNGRIG war, ging ich schnellen Schrittes immer dem Geruch nach.
Ob ich mich einfach sooo einladen lassen könnte? Von WILDFREMDEN? Ist es denn sehr frech auf eine Einladung zum Essen zu hoffen?! Auch ohne Blumen vom Wegesrand gesammelt zu haben?Wie Rotkäppchen es brav für ihre Großmutter tat? Nun denn, schauen wir mal?
Ich kam nach einiger Zeit an ein Häuschen. Ein wenig verwildert schien es mir. Der Name der Hütte war kaum noch lesbar. „Pappelgrillhütte“ meine ich über dem Hauseingang lesen zu können. Trotz meines Versprechens an meine Mutter...
niemals von Wege abzukommen und auch immer auf sein Gefühl zu hören,
siegte dennoch meine Neugierde.Ja, dies versprechen gab ich ihr nach einem Autounfall als ich ein junges Ding von 20 Lenz war.
Egal, nicht lange überlegt. Ich schaute durchs Fenster ins Innere des Hauses.
Was ich da sah? Ihr glaubt es wahrscheinlich sowieso nicht?! Wetten?
Nun denn..Ich sah ...
Ein gefährlich aussehender Haufen von lachenden und dabei trinkenden Männer an einem Tisch sitzen.
Hier droht Gefahr. Der Eindruck verstärkte sich als ich eine immense Ansammlung von Waffen entdeckte. Man könnte meinen, die wollen einen neuen Krieg heraufbeschwören. Da lagen Handgranaten auf dem Tisch. In einer  Kiste in der Ecke lagen jede Menge Gasmasken.
Sogar der vermeintlich von weitem gesehene Kirchturm entpuppte sich als eine V1 Rakete! Erschrocken trat ich einen Schritt zurück vom Fenster.
Was nun?? Ich, ich...die doch niemals was Böses will. Ich mußte schnellstens handeln. Diese Männer dürfen doch nicht ungeschoren davon kommen!Trotz meines pochenden Herzes mußte ich innerlich lachen. Denn..denn anstatt eines Trinkgelages wären sie mal lieber in den Feuerbacher Bunker gegangen, dann hätten sie einige Wissenslücken zum Thema Verdunkelung und Tarnung aus dem letzten Krieg schließen können.
Und...so wahr ich dort stand !!! ganz gewiss...es war meine Pflicht, Unheil abzuwenden...
ich handelte also....
Und da ihr sicher ebenso neugierig seid, wie ich…erzähle ich kurz, wie ich handelte...
Nachdem ich die gefährlichen Räuber aus ihrem Quartier vertrieben hab, wie einst…
ja unglaublich, wie die Bremer Stadtmusikanten  einst vor langer langer Zeit ihre Räuber vertrieben.
Unfassbar, dass dieser Trick noch immer funktioniert. Schmunzel. Laach.Egal.
Auf jeden Fall hab ich mir die leckere Mahlzeit verdient, die sie schlagartig aus Angst zurück ließen.
Stellt euch vor, es stand in der Räuberhütte auf dem Feuer eine leckere Suppe. Und ich liebe doch Suppe über alles. Ich stürzte mich darauf.
Nach dieser deftigen Speise dünkte mich nach etwas Schlaf. Ich legte mich mit meinem dicken Bauch ins nächstgelegene Bett. Das war auch gut so, denn ich konnte mich kaum bewegen so viel war darin. Jesses, als ob ich meine Oma gegessen hätte?!
Sofort fiel ich in einen tiefennnn Schlaf.
Ein hundertjähriger Schlaf war es wohl nicht, sonst könnte ich euch diese Geschichte jetzt und heute…
nicht erzählen. Denn, da war noch der Jäger. Der Jägersmann weckte mich vor Sonnenaufgang. Aus Dankbarkeit lud ich ihn ein zu einem gemeinsamen Frühstück.
Der Suppentopf war allerdings leer.
Ich konnte ihn nur noch eine Tomate anbieten. Eine ERräuberte Tomate sozusagen.
Egal mein wirklich erlebten Tatsachenbericht...und dies ALLES IN SEINEM (!) WALD!!...
Die...die fand er eh viel interessanter. Ich genoss, während ich meine Geschichte ihm erzählte,
dabei den Sonnenaufgang. Diesmal nicht allein. So mitten im Wald.
Unglaublich, was man alles erlebt bei einem Spaziergang.....
Auszug von Mimi aus "UnsereKünstlerVilla Manu-Mimi-Marie"/Unterwegs

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Nachtrag:
Anmerkung von Marie übers Mimis Bericht.
Liebe Leserschaft, da scheint Mimi aber einige ihrer derzeitige Hobbys und Interessen, ein
WENIG DURCHEINANDER zu bringen.Jesses, Unglaublich, aber manchmal ist das "Unglaublich" erscheinende...doch die reine WAHRHEIT. Nichts als die Wahrheit. Oder nicht? Gruss Marie

Dienstag, 30. Juli 2013

Birkenkopf bei Nacht



Ich habs getan! Ja, ich hab es wirklich getan! Und bin ganz stolz auf mich. Gell? Ihr kennt es bestimmt, wenn man etwas getan hat…was man eigentlich vernünftigerweise nicht sollte? Vernunft?! Wer sagt denn, was man darf und was nicht? Ja, ich habs getan….und bin stolz darauf. Nun überwiegt das Glücksgefühl.
Von was ich spreche? Etwa neugierig???? Ja, ich hab eine Nacht ganz alleine draußen verbracht. Nicht in einem Garten, nicht auf dem Balkon, nicht auf dem Campingplatz…ha, nein, wirklich im Freien….mit Blick auf Stuttgart. Und ich kann euch sagen….Es war eine Mischung zwischen Unbehagen, weil ich nicht wußte….was geschehen kann in dieser Nacht…aber auch ein unbeschreibliches Gefühl…alleine…oben auf einem Berg. Namens Birkenkopf in Stuttgart.
Und gespannt wartete ich, auf dass was so geschehen wird.........geschehen wird...???
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BIRKENKOPF-im Volksmund auch MONTE SCHERBELINO genannt-ist kein "normaler" Berg.
Er ist der höchste Punkt im inneren Stadtgebiet, aber dennoch etwas abgelegen.
Der Birkenkopf ist 511 m hoch, aber dennoch sind die letzten 40 m nicht "natürlich" entstanden. Sondern ganze 1.5 Millionen Kubikmeter (!) sind Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg. Vorwiegend gipshaltiges Restmaterial. Bruchsteine hat man hingegen nach 1945 recyceln können. Nähere Infomationen beim Verein Schutzbauten Stuttgart e.V. od.siehe--> LINK
Fazit meiner Übernachtung: WAS FÜR EIN KOMMEN UND GEHEN DA OBEN !!
Mimis Tagebuchauszug von Mittwoch, den 17.7. bis darauf folgenden Tage. Diese Tage waren keine Ferientage.

Mittwoch, den 17.7.2013                                                                        
20 Uhr Vortrag im Planetarium "Nachthimmel über Stuttgart" teilgenommen.
23.00 Uhr auf dem Weg zum Bus. Stelle noch vor dem Haus fest, dass ich meine Taschenlampe vergessen hab. Entscheidung zwischen Bus verpassen od. die Nacht ohne Taschenlampe. Okay. Egal. Schnell zum Bus…
24 Uhr auf dem Birkenkopf oben angelangt. Auf die Parkbank gesetzt. Mit Blick über Stuttgart. Leider Wolken am Himmel. Keine Sterne sichtbar. Grundwissen vom PlanetariumVortrag wohl leider nicht anwendbar. Menschenleer der Berg. Nur ein Liebespärchen am anderen Ende der Plattform war zu hören.Beziehunsgweise lachte nur SIE(!) STÄNDIG. In der Regel finde ich Liebespärchen süß. Sollen sie doch! Ich wünsche Ihnen ALLES GUTE(!)....ABER HIER...HIER....DIESE SCHÖNE KULISSE VOR AUGEN...Also, auf Dauer nervte mich IHR(!) GELÄCHTER. Ob ER wohl das auch denken mag?! Überlege ich so ?!...mit Blick auf die Lichter der Stuttgarter Innenstadt.
0.15 Uhr Bettlager vorbereitet. Und immer dieses Gekicher von hinten. Misstrauen. Ich mach die Augen nicht zu. Irgendwann eingeschlafen.
0.40 Uhr Ich werde wach. Von unten höre ich Stimmen und Taschenlampen leuchten. Gelächter. Eine Gruppe kommt den Berg hinauf. Allerdings höre ich hier oben auf der Plattform kein Gekicher mehr. Demnach bin ich alleine. Noch! Oh Gott, was nun? Hoffentlich bemerkt mich keiner.
0.45 Uhr Es ist eine große Gruppe .Und sie setzen sich ausgerechnet (!) neben mich auf die zweite Bank. Herzklopfen.Schiss.Schutzsuchend in meinem Schlafsack eingemummelt, schaute ich hinüber. Griffbereit ein KO-Gasfläschchen in der Hand.Sie erschrecken als sie mich sehen.Einer fragte, ob das KO-Gas sei, was ich da in der Hand halte? Ich sage nur: "Lasst mich in Ruhe, dann lass ich euch in Ruhe!" „Okay…alles klar…wir trinken auch nicht. Ist nur Wasser. Du brauchst keine Angst haben.Bist du alleine? Was machst du hier? Hast du kein Heim?“ Ich wiederholte nur meinen Satz: "Lasst mich in Ruhe, dann lass ich euch in Ruhe!“
0.55 Uhr Sie sind zu laut. Ich setze mich aufrecht hin und sage: „Also Jungs, nun kann ich nicht schlafen, ihr seid zu laut. Was macht ihr eigentlich mitten in der Woche hier? Müßt ihr nicht morgens arbeiten?“ Ich kann euch sagen...kicher...Das war der Auftakt. Der Auftakt zu einem lange Gespräch.Sie stellten sich vor. Alles Jungs um die 30 Jahre alt. Ich fühlte mich sicher.Ein bisschen wie Schneewitchen bei den Sieben Zwergen.MMhhh...Schmunzel etwas bei dem Gedanken : "Vielleicht sollte ich nicht so viele Märchen anschauen?!" Dabei war die ganze Situation komisch. Stellt euch vor, ich saß ganz allein auf einer laaangen Bank. Alle 12 Jungs hingegen teilten sich die gleichlange Bank daneben. Ganz Gentleman, machte keiner Anstalten etwa während unseres Gespräches sich auf meine Bank setzen zu wollen.
bis 1.50 Uhr Wir diskutierten über die Demokratie, die Geschichte dieses Berges, die Partys hier oben, über Religion. Ich bekenne mich als Atheist. Die meisten der Jungs sind Moslime. Es ist grad die Zeit des Fastens. Deshalb geniesen sie die Nacht, denn ab glaub 4 Uhr dürfen sie bis 21 Uhr nichts mehr zu sich nehmen. Keine Nahrung. Keine Flüssigkeit. Nicht rauchen. Einer wollte mich anleuchten mit seiner Taschenlampe. Ich sagte nein, besser anonym.Die Jungs verkrichen sich irgendwann in eine andere Ecke der Plattform.
bis 2.30 Uhr Nur einer blieb auf der Parkbank sitzen. Wir unterhielten uns weiter. Schemenhaft sah ich seine Gestalt, sein Gesicht. Irgendwann meinte ich, dass er eine angenehme Stimme hat.
2.30 Uhr Alle 12 Jungs gehen nun. Großes Verabschieden. Stelle fest, nette Jungs. Wünsch ihnen alles Gute.Sie sollen bitte alle so bleiben, wie sie sind! Plötzlich Ruhe. Zu ruhig. Stille. Zu still. Nun bin ich wirklich allein.ALLEIN...GANZ ALLEINE...Irgendwann eingeschlafen..eingeschlafen...
5.30 Uhr Es wird hell. Ich mach ein paar Fotos von meinem Nachtlager. Wieder eingeschlafen.
6.00 Uhr Werde wach. Sehe die aufgehende Sonne. Nehme meine Kamera. Zur gleichen Zeit kommt der erste Jogger und fotografiert das gleiche Motiv wie ich.Wir sehen uns stillschweigend an.Ich nicke zum Gruß. Keine Worte fallen.Dann geht er wieder. Schlafe wieder ein.
8.30 Uhr Guten Morgen. Bin stolz auf mich. Ich habs getan. Ich hab hier geschlafen. Der Blick ist schön. Frühstücken. Gemütlich machen. Zwischen die Bruchsteine laufen und fotografieren.
9.00 Uhr Ein Mann mit Buch kommt gemütlich hinauf. Setzt sich und liest. Ab und an beobachtet er mich. Mit einem Lächeln.
9.20 Uhr der erste Fahrradfahrer fährt komplett hoch und stellt sein Fahrrad an die Bank. Die nächste Stunde wird er sich genüsslich sonnen. Ich klettere weiterhin um die Trümmersteine drumherum. Und fotografiere.
9.45 Uhr der zweite und kurz danach der dritte Fahrradfahrer.Eine kurze Runde und hinunter. 
10.30 Uhr die Reinigungskräfte der Stadt kommen. Den Müll von zwei Tagen wegräumen. Grillzeug. Bierflaschen. Plastebecher.Die Müllmänner sehen es nachlässig. Schmunzeld meinte der Eine, das er selbst gerne hier hoch geht zum Grillen. Auch wenn, es verboten sei.Ich erkundigte mich, wie oft sie hier hoch kommen mit ihrem Auto. Ich staunte...DREIMAL...DREIMAL in der Woche. Und in den Ferien sähe es schlimmer aus hier oben.
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11.15 Uhr Sehe einige Wanderer Richtung Gipfel hinauf kommen.
11.20 Uhr Von weiterem höre ich schon die nächste Gruppe.
11.30 Uhr Nein, jetzt muß ich definitiv gehen…denn...ab Mittag bist du hier nicht alleine. Einen letzten Blick über Stuttgart erhaschend....mit dem Bewußtsein...die Nacht und der Morgen waren sowieso viel schöner!!Packe meine Sachen zusammen und gehe mit einem Lächeln im Gesicht.
11.35 Uhr Treffe unterwegs ein Rudel von älteren Herrschaften.Sie sitzen gemütlich auf der Bank. Stelle allgemein fest, Wandersleut grüssen sich. Noch mehr...Es kommt sogar öfters zu vertrauten Gesprächen als ob man sich schon lange kennt. Beschließe auf dem Weg nach unten. ICH SOLLTE ÖFTERS WANDERN GEHEN.
Ende?! Am Fuße des Birkenkopfes angelangt. Ende??! Da kennt ihr mich aber schlecht. Oder vielmehr meinen Schutzengel. Am Fuße des Birkenkopfs fragte mich ein älteres Pärchen, ob es denn weit wäre nach oben. Das war der Beginn einer Unterhaltung. Nach 5 min stellten wir fest, dass wir quasi ehemalige Nachbarn waren. Dass sie aus meiner Heimat stammen. Nach 1.5 h (inzwischen auf die Bank gesetzt) kennen wir unsere Lebensgeschichten in Kurzversion. Kichernd hörten wir uns sagen:
"DAS GIBT ES NICHT, DIE WELT IST KLEIN"…mitten in einem Stuttgarter Wald lernen sich Nachbarn aus einer Heimat kennen, die 600 km entfernt von hier ist. Und ihre Tochter und ich sind in die gleiche Schule gegangen.
14.30 Uhr Im Bus nach Hause.Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich denke zurück...
das kichernde Weib, an die 12 Jungs, an den Spaziergänger mit seinem Buch, der Reinigungstrupp, die lustige Wandergruppe auf der Bank und nicht zuletzt...das Pärchen am Fuße des Birkenkopfes.Werde ich meine Landsleute wiedersehen? Welch bewegende Stunden für mich.
Fazit meiner Übernachtung: WAS FÜR EIN KOMMEN UND GEHEN DA OBEN !! Und das mitten in der Woche.
Mimis Tagebuchauszug von Mittwoch, den 17.7.bis darauf folgenden Tage. 
Liebe Grüsse von Mimi aus "UnsererKünstlerVilla Manu-Mimi-Marie"